Für Krankenhäuser und Kliniken gehören Notfälle zum Tagesgeschäft. Oft entscheiden wenige Sekunden über die Rettung von Menschenleben sowie den Schutz vor Schäden. Doch was, wenn Patientenzahlen plötzlich stark und unvorhergesehen ansteigen? Sogenannte Großschadenslagen können auch Notfall erprobte Krankenhäuser an ihre logistischen, technischen und personellen Grenzen bringen. Das ist auch der Grund, weshalb eine gute Vorbereitung auf den Ausnahmefall so wichtig ist.

Warum ein Krankenhaus Notfallplan wichtig ist

Im Augenblick erleben wir es alle hautnah: Die aktuelle Situation rund um die Corona Pandemie (Coronavirus SARS-CoV-2) stellt eine nie dagewesene Herausforderung für Krankenhäuser dar. Unter Hochdruck rüsten sich Kliniken mit mehr Personal, beatmungsfähigen Intensivbetten und weiteren Maßnahmen auf die steigende Anzahl schwerer Corona-Fälle.

Doch nicht nur Extremsituationen wie diese können Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen bringen. Auch große Verkehrsunfälle, Brände oder ein Ausfall der Stromversorgung können die einzelnen, aufeinander abgestimmten, Krankenhausprozesse stören bzw. zum Erliegen bringen. So wird einmal mehr deutlich, dass Krankenhäuser – als kritische Infrastrukturen (KRITIS) im Gesundheitswesen – wegen ihrer komplexen Anforderungen und zahlreichen Abhängigkeiten eine der empfindlichsten Infrastrukturen überhaupt sind.

Eine umfassende Vorbereitung auf den Ernstfall – ein Krankenhausalarm- und Einsatzplan (KAEP) – ist daher unerlässlich. Doch Krankenhausgesetzgebung ist in Deutschland Ländersache. So verabschiedet jedes Bundesland eigene Gesetze für die Krankenhaus Notfallplanung1:

Bundeslandgesetzliche Grundlage
Baden-WürttembergLandeskrankenhausgesetz und Gesetz über den Katastrophenschutz
BayernBayerisches Katastrophenschutzgesetz
BerlinLandeskrankenhausgesetz und Katastrophenschutzgesetz
BrandenburgGesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz des Landes Brandenburg (Brandenburgisches Brand- und Katastrophenschutzgesetz)
BremenBremisches Krankenhausgesetz
HamburgHamburgisches Krankenhausgesetz
HessenHessisches Brand- und Katastrophenschutzgesetz und Hessisches Rettungsdienstgesetz
MecklenburgVorpommernKrankenhausgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern und Gesetz über den Katastrophenschutz in MecklenburgVorpommern
NiedersachsenNiedersächsisches Krankenhausgesetz
Nordrhein-WestfalenKrankenhausgestaltungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen
Rheinland-PfalzLandesgesetz über den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (Brand- und Katastrophenschutzgesetz) und Landeskrankenhausgesetz
SaarlandSaarländisches Krankenhausgesetz
SachsenSächsisches Krankenhausgesetz und Sächsisches Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz
Sachsen-AnhaltKrankenhausgesetz des Landes Sachsen-Anhalt und Katastrophenschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt
Schleswig-HolsteinGesetz über den Katastrophenschutz in Schleswig-Holstein
ThüringenThüringer Krankenhausgesetz und Thüringer Gesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz

Immerhin verfolgen diese Gesetze trotz uneinheitlicher Regelungen die gleichen Ziele:

Im Rahmen der aktuellen COVID-19-Situation stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) seit Kurzem auf seiner Webseite Teile des geplanten Handbuchs “Krankenhausalarm- und -einsatzplanung (KAEP)” als Unterstützung für Krankenhäuser vorab zum Download bereit. Um BBK-Präsident Christoph Unger zu zitieren: „Die aktuelle Corona-Pandemie zeigt mit Nachdruck, wie wichtig die Vorbereitung von Krankenhäusern auf mögliche Gefahren- und Schadenslagen ist.“

Für welche Gefahrenlagen brauchen Sie einen Krankenhaus Notfallplan?

Beim klassischen Krankenhausalarmplan gilt der Massenanfall von Patienten wie MANV oder INFEKT als externes Ereignis, ein Ausfall der Telekommunikation oder ein Brand als interner Schadensfall. Doch wo liegt die Grenze bei einem internen Brand mit vielen Betroffenen? Ein neueres Modell schlägt vor, sich statt auf den Ort des ursprünglichen Schadensereignisses auf die Folgen für ein Krankenhaus, wie Störung der Funktionalität sowie Reduktion bzw. Überlastung der Behandlungskapazität, zu konzentrieren.

Treffen z.B. unvorhergesehen viele Kranke in Ihrer Klinik ein, müssen Sie dafür sorgen, dass auch Ihr normaler Krankenhausbetrieb funktioniert. Welches zusätzliche Personal müssen Sie jetzt aktivieren? Brauchen Sie externe Unterstützung von örtlichen Gesundheitsbehörden oder dem internen Krisen- oder Risikomanagement?

Ein Krankenhaus Einsatzplan (KHEP) regelt diese und andere Eventualitäten. Doch es gibt Tücken: Wie speichern Sie Ihren KHEP? Auf Papier? Wie garantieren Sie dessen Aktualität? Alarmieren Sie Ihr Personal übers Intranet? Pager? Diensthandys? Was, wenn die eigene Infrastruktur ausfällt? Egal, um welches Schadensereignis es sich handelt, Ihr Krankenhaus Notfallplan sollte diese Fragen hinreichend klären, um den Verlust von Menschenleben, Rufschaden, finanzielle Einbußen sowie zivil- oder strafrechtliche Folgen zu vermeiden bzw. zu minimieren.

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How-to: Wie Sie Ihren Krankenhaus Notfallplan mit GroupAlarm umsetzen

Welch tragende Rolle ein durchdachter Krankenhauseinsatzplan für nicht alltägliche Notfälle zur Patientenversorgung, Rettung von Menschenleben sowie Aufrechterhaltung des Klinikbetriebs spielt, ist inzwischen klar. Mithilfe des intelligenten, plattformunabhängigen Alarmservers GroupAlarm können Sie Ihren Krankenhaus Notfallplan effektiver, schneller und sicherer umsetzen. Damit Sie sich im Notfall auf die eigentlichen lebensrettenden Maßnahmen konzentrieren können und keine Zeit mit organisatorischen Einzelheiten verschwenden. Wie das im Detail funktioniert, klären wir jetzt.

Auf Gefahrenlagen vorbereiten

GroupAlarm bietet Ihnen eine Vielzahl an erprobten Tools, sich auf Großschadenslagen vorzubereiten:

Bilden Sie Ihre gesamte KAEP vollständig in GroupAlarm ab. Externe und interne Gefahrenlagen lassen sich mithilfe von Szenarien in ereignisspezifische Pläne festlegen. Hier ist auch Platz für den Basisplan Ihres Krankenhaus Notfallplans inklusive aller Anhänge wie Verantwortlichkeiten, Personallisten, Alarmgruppenbündel, Materiallisten, Lagepläne, Dienstanordnungen der Feuerwehr und vieles mehr.

Auch eigene Prozesse lassen sich mühelos in GroupAlarm integrieren. Wählen Sie innerhalb des Flow-Builders aus verschiedenen Auslösern und Funktionen, um Ihre krankenhausinternen Abläufe abzubilden. Legen Sie bestimmte Ereignisse, fest, um von Kernprozessen wie Patientenbehandlung und -pflege bis hin zu Nebenprozessen wie Patientenaufnahme oder Röntgentechnik alles automatisch zu initiieren.

Die konkreten Alarmanweisungen (AA) Ihres Krankenhaus Notfallplans mit allen für den Funktionsträger relevanten Informationen erlauben Ihnen, Einzelschritte wie Checklisten oder Handlungsempfehlungen leicht abzuarbeiten. Diese lassen sich 1:1 mithilfe der GroupAlarm Handlungsanweisungen abbilden, sodass Sie auch bei hohem Handlungsdruck die aktuelle Gefahrenlage souverän bewältigen.

Übung macht den Meister: Nutzen Sie die Tools, um die Abläufe Ihrer KAEP regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern zu trainieren. Das hat zum einen den Vorteil, dass Sie überprüfen können, was Ihre Pläne taugen, zum anderen gewinnen Sie Routine für den Ernstfall.

Schnelle Krankenhaus Alarmierung sicherstellen

In Kliniken entscheidet je nach Gefahrenlage z.B. ein Oberarzt vom Dienst, ob der Krankenhaus Notfallplan aktiviert wird. Wechselt das Krankenhaus tatsächlich in den Notfallbetrieb, geht es darum, viele Menschen schnell zu benachrichtigen. Dabei kommt es auf die richtige Technik an. Mit GroupAlarm stehen Ihnen eine Reihe von zeitsparenden Alarmierungswegen zur Verfügung:

Infrastrukturunabhängig auslösen

Die Software-as-Service-Lösung GroupAlarm lässt sich über jeden Computer und über jedes Tablet/Smartphone bedienen – Internetzugang vorausgesetzt. Im Vergleich zu reinen Desktop-Lösungen benötigen Sie keine eigene Infrastruktur. Das bedeutet, dass Sie mit der plattformunabhängigen Software komplett unabhängig von lokalen Ausfällen sind.

Automatisiert auslösen

Gerade in einem hochkomplexen Klinik-Umfeld spart die Automatisierung von Alarmierungen viel Zeit. Je nach Lage müssen Sie zuerst anwesende Mitarbeiter, dann den Rufdienst und später das außer Dienst befindliche Personal alarmieren. Einmal mit Informationen, wie z.B. Alarmierungskanal und Dienstplänen gespeist, erreichen Sie Mitarbeiter aber auch externe Kräfte über GroupAlarm schnell und zuverlässig.

Manuell auslösen

Stellen Sie z.B. nach Alarmauslösung fest, dass Sie noch mehr Mitarbeiter für eine notwendige Triage benötigen, können Sie mithilfe der manuellen Auslösung in GroupAlarm Ihr Krankenhaus-Personal zeitlich und örtlich flexibel nachalarmieren. Entweder übers Web via PC oder Tablet. Oder, wenn es noch schneller gehen soll, per Anruf, App oder SMS.

Erreichbarkeit Ihres Krankenhauspersonals maximieren

Die interne Alarmierung und Information erfolgt im Krankenhaus meist über Telefon, Notfall-SMS auf bestimmte dienstliche Mobilfunktelefone und Intranet-Blitzmeldung. Für die externe Alarmierung, wie Rufdienst oder Alarmierung aus dem Frei ist neben den Diensthandys auch der Einsatz von speziellen Meldern üblich. Doch wie erreichen Sie Ihr Personal außerhalb des Funknetzes oder in abgeschirmten, unterirdischen Arealen wie Intensivstation oder dem OP-Bereich?

Mit GroupAlarm bleiben Sie auf der sicheren Seite. Denn Sie erreichen z.B. Ärzteteams, Schwestern und Pfleger sowie das Verwaltungspersonal zuverlässig via SMS, Anruf, E-Mail oder Push-Nachricht über die kostenlose GroupAlarm App, die sogar dann durchgestellt wird, wenn die Endgeräte stummgeschaltet sind. Den Erhalt des Alarms quittieren die Empfänger entweder per App, Antwort-SMS, über einen Tastendruck beim Telefonanruf oder E-Mail. So wissen Sie schnell, mit wem Sie rechnen können.

Noch mehr Redundanz und Sicherheit – auch in unterirdischen Bereichen und Gebäuden – bietet der Emergency-Rescue-Immediately-Call-Pager (ERIC®) der Unitronic GmbH. Ein M2M-Pager mit Dual-SIM-Lösung, der, durch die Nutzung sämtlicher verfügbaren, öffentlichen Handynetze Deutschlands und der angrenzenden Nachbarländer im nationalen und internationalen Roaming, eine ständige Erreichbarkeit sicherstellt. Der ERIC®-Pager mit GroupAlarm dient aber nicht nur als zusätzliche Rückfallebene, sondern – wie bei der Werkfeuerwehr vom Flughafen Düsseldorf oder dem Landkreis Emsland – als primäres Alarmierungsmittel.

Krankenhaus Kommunikation verbessern

Eine der größten Herausforderungen im Notfallbetrieb ist die reibungslose Kommunikation untereinander. Hierfür brauchen Sie sichere und stabile Kommunikationswege. Die folgenden Funktionen in GroupAlarm bieten Ihnen genau das:

Chat

Vergessen Sie herkömmliche Messenger-Dienste! Diese sind nicht nur abhängig von der eigenen Infrastruktur und somit bei einem Ausfall unbrauchbar, sondern oftmals nicht sicher genug. Mit dem GroupAlarm Chat kommunizieren Sie mit ihrem gesamten Team automatisch in einer ausfallsicheren und hochverfügbaren Umgebung.

Konferenz

Sie wollen zu einer bestimmten Gefahrenlage abteilungsübergreifend Maßnahmen besprechen? GroupAlarm ermöglicht Ihnen beispielsweise, mit wenigen Klicks eine Telefonkonferenz zwischen der Krankenhauseinsatzleitung (KEL), Medizinischer Einsatzleitung (MEL) und dem Katastrophenschutzstab (KatS-Stab) aufzusetzen.

Alarmmonitor

Egal, ob zur Information von Patienten und Besuchern oder des eigenen Personals. Mithilfe des frei konfigurierbaren Alarmmonitors von GroupAlarm, über den Sie alle relevanten Informationen bereitstellen können, gewinnen Sie eine Menge Zeit, die Sie z.B. durch die in Krankenhäusern üblichen Infotafeln oder Lautsprecher-Durchsagen verlieren würden.

Hotline

Transparenz schafft Vertrauen. Halten Sie externe Stellen wie Behörden, Gesetzgeber, Bürgergruppen oder die Presse offen und proaktiv auf dem Laufenden. Mit GroupAlarm können Sie eine Hotline mit wenigen Schritten schnell und flexibel schalten. So überstehen Sie kleinere wie größere Krisen ohne großen Imageverlust.

Krankenhaus Compliance gewährleisten

Das Thema Krankenhaus Compliance hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Neben der Patientensicherheit und der Reputation einer Klinik sorgen Compliance-Maßnahmen auch für den Schutz von Mitarbeitern. Denn schwerwiegende Regelverstöße können mitunter hart bestraft werden und zum Verlust des Arbeitsplatzes und sogar einer strafrechtlichen Verurteilung führen.

Fehler sind aber nicht nur dann für die Compliance relevant, wenn sie einen Behandlungsschaden beim Patienten verursachen. Auch arbeitszeitrechtliche Verstöße oder der Datenschutz spielen eine Rolle. Hier geht es Krankenhäusern ähnlich wie anderen Wirtschaftsunternehmen, wenngleich die Risiken spezifischer sind. So stehen Krankenhäuser, wie eine Analyse des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigt, einem immer größerem Wettbewerbs- und Wirtschaftlichkeitsdruck gegenüber.

Ein moderner Krankenhausalarmplan berücksichtigt alle Risiken eines Krankenhauses und trägt so zur Einhaltung der Compliance bei. Mit GroupAlarm haben Sie dabei gleich mehrere Vorteile:

  1. Die unveränderliche Speicherung innerhalb der Einsatzdokumentation sorgt bereits während eines Notfalls dafür, dass Sie alle einsatzbezogenen Maßnahmen live „mitschneiden“.
  2. Zu jedem Notfall erhalten Sie vollständige, revisionssichere Dokumentationen über den gesamten Schadensverlauf mittels ausführlichen Protokollen und Reports.
  3. Was die Datensicherheit betrifft, so sind mit dem VdS10000 zertifizierten GroupAlarm auch die persönlichen Daten Ihrer Mitarbeiter, die für eine Alarmierung benötigt werden (z.B. private Telefonanschlüsse im Mobilfunk oder Festnetz), vollkommen sicher.

Fassen wir kurz zusammen

Für Krankenhäuser und Kliniken sind Notfälle routinierter Arbeitsalltag. Doch spätestens bei Großschadenslagen reichen Standard-Prozesse nicht mehr aus, um die definierten Schutzziele einer Krankenhaus Alarmplanung zu erreichen. Jede Großschadenslage bietet eine mediale und juristische Angriffsfläche, in der die Klinikleitung die Frage beantworten muss, welche Schritte sie zur Krisenbewältigung unternommen hat. Bereiten auch Sie sich auf den Ausnahmezustand vor und setzen Sie Ihren Krankenhaus Notfallplan mit GroupAlarm um. Die seit 20 Jahren im Blaulichtbereich bewährte Alarmierungs- und Kommunikationsplattform ist Ihr ideales Tool für eine effiziente Notfallplanung und Krankenhaus Alarmierung.

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  1. Quelle zur Tabelle https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0042-120230.pdf ↩︎